Sie reisen nach Ghana, nach La Paz in Bolivien, nach Havelse in die Provinz oder auf Kuba – Groundhopper sind Fußballfans, immer auf der Suche nach neuen Länderpunkten und Stadien für ihre persönliche Statistik. „Ground“ steht dabei für Stadion und der Besuch des nächsten Stadions steht für „Hopping“-in England entwickelte sich seit der 70er Jahre diese ganz spezielle Fanszene.
Ende der 80er fasste die Szene auch in Deutschland Fuß, in dessen Folge sich 1993 die V.d.G.D. - die Vereinigung der Groundhopper Deutschlands gründete. Starre Regeln für das „Hopping“ gibt es nicht, doch haben sich folgende Aspekte herausgebildet:
- gezählt wird getrennt nach Länderpunkten (207 FIFA-Mitgliedsstaaten) und Grounds (Stadien)
- Länderpunkte sind bei Länderspielen, Pokalspielen und Punktspielen (bis zur 4. Liga) möglich
- Anwesenheit während des ganzen Spiels
- Nachweis per Eintrittskarte bzw. Stadionzeitung
Für die Aufnahme in den V.d.G.D. sind übrigens mindestens |
30 Länderpunkte und 300 „Grounds“ nötig, wobei sich natürlich nicht alle dieser ganz speziellen Fans strukturell binden möchten. Die Szene ist sehr frei, jeder hat unterschiedliche Zielsetzungen und Ansichten. Spannend ist vor allem die Frage, welche Motivation die fast ausschließlich männlichen Fans antreibt.
Da ist natürlich neben dem großen Interesse am Fußball vor allem die Abenteuerlust zu nennen. Fremde Kulturen, unsichere Anfahrtswege oder unplanbare Wetterkapriolen kennzeichnen die Trips der Groundhopper. Viel Freizeit wird dabei geopfert und große Entbehrungen im Privatleben sind unvermeidbar.
Ein echtes Muss ist der „Groundhopping-Informer“, eine Art „Bibel“ mit unzähligen Adressen der Stadien dieser Welt (in Deutschland bis hinunter in die Landesligen). Auch auf der Website des V.d.G.D. sind ausführliche Informationen abrufbar, dazu erscheint vierteljährlich die Zeitschrift „Europlan“ - das Spielplanheft der Groundhopper. Auch im Magazin „11 Freunde“ sind regelmäßig tolle Erlebnisberichte zu lesen. |